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Kurzbiographie

Friederike Kempner (1828 – 1904) ist die Tochter eines schlesischen Rittergutspächters.
Geboren wird sie am 25. Juni 1828 in Opatow bei Posen.

In diversen Lexika und Internetseiten ist das Geburtsjahr fälschlicherweise mit 1836 angegeben,
doch Friederike hatte sich selbst ein paar Jahre verjüngt.

Sie bleibt unverehelicht und lebt zusammen mit ihren Eltern, die sie auch sehr verehrt,
auf dem Gut Friederikenhof in Droschkau bei Reichthal / Schlesien.

Die Kempner kommt in den Genuss der nur mangelhaften Bildung einer "höheren Tochter".
Ihrer gesellschaftlichen Stellung entsprechend widmet sie sich vorwiegend ihrer musischen Neigung, der Poesie.

Dazu wird sie anfänglich seitens ihrer Eltern sogar ermutigt, denn es galt durchaus als schick, eine gewisse dichterische Ader vorweisen zu können.

Als Friederike jedoch ihre Ergüsse veröffentlicht – was allgemeines Gelächter in der Lesewelt hervorruft,
setzt ihre Familie alles daran, weitere "Schande" abzuwenden und versucht, so manche Auflage "Gesammelte Gedichte" komplett aufzukaufen.

Doch die Studenten der Universität Breslau sind auf die dichtende Nachbarin längst aufmerksam geworden
und verbreiten ihren Ruf rasch im Lande.

Die Kempner wird nun allseits angefeindet. "Wie so mancher Beherrscher von Russland, sah ich mich fast täglich von anonymen Briefen heimgesucht.....".

Diese Feindseligkeiten äußern sich später auch in massiver Form: Man vergiftet ihren geliebten Hund Nero.

Die Tatsache, dass der berühmte Theaterkritiker Alfred Kempner, nach dem er als vermeintlicher Neffe Friederikens gescholten wird, seinen Namen in Alfred Kerr ändert, belegt den zweifelhaften Ruhm der Kempner.

Trotz aller Anfeindungen "niedrigster und widrigster Art" lässt sie sich nicht beirren.

Mit Inbrunst wendet sie sich gegen Dornen und Würmer, gegen schlechte Ärzte und Reime, gegen Scheintod, Vivisektion und vor allem gegen Schlangen, Katzen und böse Buben.

Mit gleicher Leidenschaft jedoch ergreift sie Partei für Nachtigallen und Rosen, für Siegespalmen
und gelbes Schilf, für lyrisches Geklinge und Gedichte ohne "R".

Ungezählte Denkschriften schleudert sie in die Paläste der Obrigkeit - so auch die "Denkschrift über die Nothwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern", was sogar zum Erfolg führt!

In Droschkau ließ ihre Familie bereits 1853 ein Leichenhaus errichten.

Durch ihren unverbrüchlichen Kampf gegen das "lebendig begraben sein" und für soziale Gerechtigkeit mit allen ihr zur Verfügung stehenden Federn und Stiften, lässt sie die Bourgeoisie nahezu erbeben.

Friederike Kempner stirbt am 23. Februar 1904 auf ihrem Gut "Friederikenhof" an einem Gehirnschlag.

Testamentarisch hatte sie verfügt, in dem damals einzigen Krematorium Deutschlands,
das sich in Gotha befand, eingeäschert zu werden. Eine Woche nach ihrem Tod wurde ihrem Wunsch entsprochen.

Ihre Urne wurde in Breslau auf dem jüdischen Friedhof in der Lohestrasse beigesetzt.

Die verblüffend grotesken Verse, die sich ergeben in der Schlacht ihrer großen Vision mit dem ihr anerzogenen Horizont, ließen die Kempner als "Genie der unfreiwilligen Komik" in unser Gedächtnis eingehen und sind im fiktiven Plauderstündchen "Duftig nimmer ist der Mist" Grundlage für eine unfreiwillig kurzweilige Plauderei.


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